| 2008-05-24 - Offenbach Post - Katastrophenschutz-Oldie hat viele Macken |
|
|
|
Katastrophenschutz-Oldie hat vieleMacken Urberacher Feuerwehr wartet seit2002 auf neues Fahrzeug / Versprochen, bewilligt, finanziert - aber noch nichtbestellt Urberach(lö) - Was für den Katastrophenschutz zu Zeiten des Kalten Krieges gut gewesensein mag, ist für technische Hilfe und Löscheinsätze heute höchstens nochbedingt tauglich. Die Urberacher Feuerwehr war mit dem Fahrzeug, das sie Endeder neunziger Jahre aus den Beständen der Bundesrepublik Deutschland übernommenhatte, nie so richtig glücklich gewesen, schon im Januar 2002 hatte derdamalige Wehrführer Dieter Weber Ersatz beantragt. Seither wartet sie, obwohlder Magistrat einem neuen Fahrzeug schon zugestimmt hat und die Finanzierunggesichert ist. Mittlerweilehäufen sich die Macken des 1981 in Dienst genommenen LF 16TS. Markus Metz, deres zu Einsätzen fährt und die Urberacher Jugendfeuerwehr an ihm ausbildet, hateine lange Mängelliste verfasst. Der Katastropgenschutz-Oldie springt schlechtan und musste schon mehrfach angeschoben werden, die hakelige Kupplung machtdas Einlegen der Gänge zum Kraftakt, der Motor verliert Öl, und die Türenschließen schlecht oder klemmen. Bei einem Einsatz während des Sturms"Emma" musste Metz auf der Beifahrerseite aussteigen. Und hättees die Urberacher Wehr nicht in eigener Regie mit Stromaggregat und Hebekissenausgerüstet, müsste zu jedem Unfall auch noch der kleine Pritschenwagen mitausrücken. Das neueFeuerwehrauto - ein so genanntes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug, das etwa350 000 Euro kostet - soll besonders für die Hilfeleistung nachVerkehrsunfällen, Sturm- und Wasserschäden ausgestattet sein. WichtigstesGerät: ein Rettungsspreizer, um Verunglückte so schnell wie möglich auszertrümmerten Autos schneiden zu können. So hat es der Feuerwehrausschuss,quasi der Vorstand der Einsatzabteilung, dem Magistrat und StadtbrandinspektorWaldemar Schrod vorgeschlagen. NachAnsicht des Ausschusses können bedarfsgerecht ausgerüstete Fahrzeuge denFuhrpark der Urberacher Wehr sogar verkleinern. Würde 2012 ein dann 25 Jahrealtes Löschgruppenfahrzeug durch ein neues Feuerwehrauto mit demEinsatzschwerpunkt Brandbekämpfung ersetzt, müssten in Urberach nur noch zweiGroßfahrzeuge stationiert sein. Das dritte könnte die Stadt verkaufen. Alleinan Unterhaltskosten würde sie pro Jahr einen fünfstelligen Betrag sparen. Mittlerweilehaben sich zwei FDP-Politiker zu Fürsprechern der Wehr gemacht. Stadtrat ThomasBrammer-Türck, den Bürgermeister Roland Kern schon mehrfach als den "St.Florian der Orwischer Feuerwehr" bezeichnet hat, und FraktionsvorsitzenderHans Gensert sind beide auch Mitglied im Feuerwehrverein und fordern mehrTempo. "Das Fahrzeug wurde seit 2002 schon drei Mal bewilligt, ohne dassetwas passiert ist. In dieser Zeit wurden in Ober-Roden schon drei größereFahrzeuge ersetzt", sagte Gensert gegenüber unserer Zeitung."Vielleicht liegt‘s daran, dass die Rodau von Urberach nach Ober-Rodenfließt und nicht umgekehrt", ergänzte er sarkastisch. Ein Anmerkung, diedarauf schließen lässt, dass das Verhältnis zwischen der Urberacher Feuerwehr,deren Spitze sich dazu nicht äußern darf, zum Stadtbrandinspektor, den derBürgermeister ebenfalls zum Schweigen verdonnert hat, nach wie vor schlechtist.
BürgermeisterKern empfiehlt, den Ball flach zu halten. Gegenüber unserer Zeitung erklärteer: "Allen Beteiligten ist bekannt, dass sämtliche Anträge aufBezuschussung beim Kreis und dem Land Hessen eingereicht sind, dass dieErsatzbeschaffung Urberach in der vorletzten Bürgermeisterdienstversammlung aufVorschlag des Kreisbrandinspektors auf die Feuerwehrbeschaffungsliste gesetztwurde, dass die aufzubringenden Eigenmittel im Haushalt eingestellt sind undlediglich noch auf den Zuschussbescheid des Landes gewartet wird, damit dieAusschreibung erfolgen kann." www.op-online.de
|
| < Zurück | Weiter > |
|---|

