| 2009-08-21- Neues aus den Vereinigten Arabischen Emiraten |
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Die Frankfurter Rundschau führte ein Interview mit unserem "exportierten" Feuerwehrkameraden Lukas Hallmann, der sich für zwei Jahre an einem Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt.![]() Interview der Frankfurter Rundschau:
Herr Hallmann, Sie sind seit gut einem Jahr als deutscher
Feuerwehrmann zur Unterstützung der einheimischen Einheiten in Abu Dhabi. Was
machen Sie dort genau ?
Ich gehöre zur Technical Rescue & Quick Intervention Unit, die zur Polizei von Abu Dhabi gehört. Wir sind in der Stadt Ruwais stationiert in der Nähe einer der größten Öl-Raffinerien. Wir sollen dort den Brandschutz verbessern und führen jetzt im sechsten Jahr europäische Standards ein. Zurzeit sind über 100 Deutsche in dreizehn Projekten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wir geben Kurse, unterrichten die Berufsfeuerwehrleute und bringen unser Wissen nach Abu Dhabi. Wie kamen Sie als Feuerwehrmann aus Rödermark zu dem Projekt ? Ich habe mich mehr aus einer Laune heraus dort beworben. Es gab bestimmte Grundvoraussetzungen für eine Einstellung, beispielsweise die Ausbildung zum Gruppenführer der Feuerwehr. Außerdem war Spezialwissen gefragt. Ich war bei der Bergwacht im Allgäu und habe eine Ausbildung zum Rettungsassistenten. Wie groß ist das Gebiet, das Sie mit Ihrer Feuerwache betreuen ? Das ist die Stadt Ruwais mit ihren etwa 30.000 Einwohnern, die allesamt ausschließlich für die Raffinerie und die angrenzende Infrastruktur arbeiten. Zusätzlich betreuen wir zwei vorgelagerte Inseln, die in der Zukunft stärker touristisch erschlossen werden sollen. Und wir sind für die Hälfte der 350 Kilometer langen Autobahn zwischen Abu Dhabi und Saudi Arabien zuständig. Ist die Arbeit anders als in Rödermark ? Nein, nicht wirklich. Feuer ist überall gleich heiß. Wir haben die gleiche Ausrüstung, aber hier arbeiten wir eben bei 50 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Da kann man keine Zwei-Stunden-Einsätze machen, sondern muss nach 20 Minuten eine Pause einlegen. Was war Ihr größter Einsatz bislang ? Vor einem Monat ist eine Arbeitersiedlung mit 120 Leichtbauten oder auch hier Caravans genannt, auf einer der Inseln zur Hälfte niedergebrannt. Da wurden wir zur Unterstützung gerufen. ... und der aufregendste ? Naja, das ist schon alles, was mit der Raffinerie zu tun hat. Es fahren regelmäßig Gefahrgut-LKWs zu den Raffinerien. Von dem Gefahrgut ist schon mal was auf der Autobahn ausgelaufen. Da muss man halt seine Grenzen und die Möglichkeiten seines Löschzuges kennen. Doch in absehbarer Zeit wird hier auch ein Gefahrgutfahrzeug stationiert. Was sind die größten Unterschiede im Alltag ? Ganz klar die Kultur. Und hier geschieht alles wie im Zeitraffer. Hier ist richtig viel Geld vorhanden, alles ist auf eine Verbesserung der Infrastruktur und des Tourismus aus. Es entstehen Hotels, Shopping Malls, und wir sind mitten drin, werden miteinbezogen und müssen uns Gedanken machen, wie man da den Brandschutz gewährleisten kann. Was vermissen Sie in Abu Dhabi ? Die Familie, meine Freundin und alle anderen, die einem nahestehen, sind natürlich sehr weit weg. Das ist auf jeden Fall eine persönliche Herausforderung, diese Kontakte und Beziehungen über die Distanz zu pflegen. Materiell fehlt es mir an nichts, denn es sind alle europäischen Lebensmittel und Dinge des Alltags zu bekommen. Interview: Claudia Wenhardt-Bucci |
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